Ein Hund aus dem Ausland

Wir möchten Ihnen hier einige Punkte erläutern, die Sie beachten sollten, wenn Sie sich für einen Hund aus dem Ausland entscheiden:

 

1.    Die meisten Hunde müssen erst lernen ein Halsband zu tragen und an der
Leine zu gehen. Manche empfinden Leine und Halsband als Bedrohung. Es kann
durchaus sein, dass man sie früher mit einer Leine oder einem Strick um den
Hals misshandelt hat. Deshalb muss man sie mit viel Geduld daran gewöhnen!
Ein Geschirr, wo der Druck nicht auf den Halswirbeln lastet, ist in jedem
Fall die bessere Alternative, bei Welpen ohnehin.

 

2.    Die meisten Tiere haben noch kein Zuhause gehabt, sondern auf der
Straße und/oder im Tierheim gelebt. Sie kennen kein Haus von innen, kennen
daher auch keine Stubenreinheit. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht,
dass ältere Hunde aus Intuition sofort oder nach kurzer Eingewöhnungszeit
stubenrein sind, denn kein Hund wird ohne Not sein Heim verunreinigen. Dies
gilt allerdings nicht für Welpen. Welpen muss man grundsätzlich erst zur
Stubenreinheit erziehen.

 

3.    Manche Hunde können am Anfang nicht an der Leine ihr "Geschäft"
verrichten, sie kennen es einfach nicht! Auch das müssen sie erst lernen!
Bitte Geduld!

 

4.    Die Hunde müssen erst lernen, Treppen hoch- und hinunterzusteigen!
Häufig haben sie Angst davor! Auch Straßenbahngleise zu überqueren, kann ein
Problem sein. Die meisten bulgarischen Streuner haben schlechte Erfahrungen
mit Fahrrädern, Mopeds oder Motorrädern gemacht ­ sie hassen sie regelrecht!
Darauf ist Rücksicht zu nehmen!

 

5.    Die Tiere müssen erst alles Neue kennen lernen, so vor allem
Staubsauger und andere Elektrogeräte die viel Lärm machen, Medien wie
Fernseher und Radio, Autolärm, Fahrstühle, etc. Mit etwas Geduld und einer
guten Hundeschule kann der Hund aber schnell lernen, dass dieser Lärm nicht
immer Bedrohung bedeutet.

 

6.    Durch schlechte Erfahrungen kann es sein, ­ muss aber nicht, ­ dass die
Tiere am Anfang ängstlich und zurückhaltend dem Menschen gegenüber sind.
Meistens legt sich das aber sehr schnell, wenn sie merken, dass sie es jetzt
endlich gut haben. Es gibt auch Hunde, die speziell Angst vor Männern haben.
Wir sind bemüht, die Eigenschaften der zu vermittelnden Hunde vorab zu
beschreiben, aber manchmal ist dies nicht in vollem Umfang möglich. Einen
extrem ängstlichen Hund werden wir in der Regel nicht in die Vermittlung
stellen beziehungsweise ihn als solchen kennzeichnen.

 

7.    Die Hunde haben im Allgemeinen noch nicht gelernt alleine zu bleiben.
Sie haben ja bisher ausschließlich in freier Natur mit anderen Hunden
zusammengelebt. Schaffen Sie von Anfang an normale ­ anfangs sehr kurze
(wenige Minuten) ­ Trennungsphasen, indem sie mal eine Tür zu machen. Kommen
Sie wieder zurück, bevor der Hund in Stress gerät (z. B. bellt oder an der
Türe kratzt) und loben sie ihn dafür, dass er brav gewartet hat. Die
Trennungsphasen können dann nach und nach verlängert werden.

 

8.    Die Tiere werden vor dem Abflug von einem Tierarzt untersucht und sind
vorab geimpft worden. Wir schicken keine kranken Hunde auf die Reise,
dennoch können durch Stress Krankheiten ausbrechen, die vorher nicht erkannt
wurden. Im Normalfall wird der Hund stressbedingten Durchfall haben, der
sich aber nach ein paar Tagen der Eingewöhnung und der Luft-, Wasser- und
Futterumstellung legen wird. Wir empfehlen Ihnen auch, die Tiere hier in
Deutschland entwurmen zu lassen, dann sind Sie ganz sicher, dass das Tier
frei von Würmern ist.

 

9.    Wir bemühen uns in der Regel die Tiere vor Abflug zu baden und
nochmals zu entparasitieren. Sie sollten ihren neuen Freund dennoch nach
seiner Ankunft auf Ungeziefer untersuchen und gegebenenfalls mit einem
verträglichen und problemlos zu verabreichenden Ungeziefermittel behandeln, ­
also nicht mit Bolfo einstäuben oder dem Tier mit einer Spraydose zu Leibe
rücken, ­ sondern z. B. Frontline oder ein ähnliches Präparat verwenden.

 

10.    Wir werden häufig gefragt, ob die Hunde katzenverträglich sind, ­ das
können wir nicht immer beantworten. Grundsätzlich stellt sich oft
heraus, dass der Neuankömmling die alteingesessene Katze als Platzhirsch
akzeptiert und respektiert, aber durchaus der Katze, die auf der Straße
seinen Weg kreuzt, als Beute nachsetzt. Wir wissen von keinem Fall, wo der
neue Hund die alte Katze angegriffen hätte, eher umgekehrt. Eine Gewähr
können wir dafür aber nicht übernehmen!

 

Wenn Sie sich trotz aller hier aufgelisteten Regeln und Hinweise für einen Hund aus dem Ausland entscheiden, werden sie mit Sicherheit nur Freude und Liebe erfahren, ein ganzes Hundeleben lang!

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok